Verfilmt: Theaterstück aus Biedenkopf auf youtube

Ursprünglich wollte das Schenkbarsche Hoftheater sein diesjähriges Stück 1631 – Der Tod der Biedenköpfer Hexe Henrich Sangen im Rahmen der Herbstabende auf Schloss Biedenkopf aufführen. Corona machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung, und daher hat das Ensemble das Stück kurzerhand verfilmt, „als Zeichen dafür“, so Autor und Regisseur Christoph Kaiser, „dass auch Corona nicht imstande ist, das kulturelle Leben zum Erliegen zu bringen, sondern dass man auch in solchen Zeiten aus der Herausforderung neue Ideen entwickeln und umsetzen und dass so aus einer Krise ganz Neues entstehen kann.“

Eigentlich hätte das Stück auch sehr gut zu dem Gedenkjahr an die Opfer des Hexenwahns, das dieses Jahr in Marburg begangen wurde, gepasst. Immerhin enthält es in einigen seiner Szenen längere Auszüge aus der originalen Prozessakte des Prozesses gegen den 15jährigen Jungen Henrich Sangen aus Marburg, der im Mai 1631 der Hexerei angeklagt und am 30. Juli desselben Jahres in Marburg geköpft und verbrannt wurde. Dabei will das Stück ein differenziertes Bild des historischen Hexenwahns entwerfen und mit einigen stereotypen Vorurteilen aufräumen, die bis heute durch Fernsehen und Internet geistern.

Jetzt ist der erste Versuch des Ensembles, ein Stück zu verfilmen, zum Abschluss gekommen. Das bedeutete eine gewaltigen Kraftaufwand, da es einerseits die Zahl von 17 Mitwirkenden auch in normalen Jahren schwer gemacht hätte, etliche gemeinsame Termine zu finden, um größere Szenen zu drehen; andererseits kam in diesem Ausnahmejahr noch die Verpflichtung dazu, die jeweils geltenden Coronaregeln einzuhalten, was für extrem schmale Zeitfenster für das Drehen der Massenszenen sorgte.

Trotzdem hat es geklappt. Gedreht wurde an 14 Drehtagen an verschiedenen Drehorten in und um Biedenkopf und an der Lahn bei Kernbach. Das Ergebnis kann man jetzt im Internet auf dem Kanal Schenkbar Kulturkanal Biedenkopf auf youtube unter diesem Link ansehen.